Abfallverwertung in der KVA Buchs: Anlieferung

Anlieferung

Auftakt der Abfallverwertung

Von Montag bis Freitag gelangen täglich zwischen 300 und 600 Tonnen Kehricht in unsere Anlage. Jede Anlieferung wird gewogen und anschliessend in den Bunker entladen. Dieser bietet ausreichend Platz, um Kehrichtanlieferungen von mehr als einer Woche aufzunehmen. Sperrige Abfälle werden zuerst in der Schredder-Anlage zerkleinert. Der Abfallkran mit einem drei Tonnen schweren Greifer durchmischt zuerst den Kehricht und befüllt danach die Öfen.

Geballter Kehricht im Zwischenlager

In den Sommermonaten wird ein Teil des zerkleinerten Sperrgutes der Ballenpresse zugeführt. Dank dieser Anlage lassen sich Abfälle für die Zwischenlagerung verpacken. So lagern wir den Kehricht bis zum Beginn des Winters und nutzen ihn während der kalten Jahreszeit, um die Strom- und Wärmeproduktion der KVA zu verbessern.

 

Was nicht in eine KVA gehört

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Wie aus Kehricht Energie gewonnen wird

Bei der Verbrennung in unseren Öfen steigen die Temperaturen bis auf 1000 Grad an. Die Hitze wird genutzt, um im Kessel Wasser in Dampf zu verwandeln. Dieser Dampf wird dann für die Fernwärme verwendet und zusätzlich mittels Turbine und Generator in elektrische Energie umgewandelt.

Abfallverwertung in der KVA Buchs: Verbrennung

Verbrennung

Verbrennung ausschliesslich durch Luftzufuhr

Die beiden Ofenlinien der KVA Buchs sind mit luftgekühlten Rückschubrosten der Firma Martin GmbH ausgestattet. Über den Einfülltrichter fällt der Kehricht in einen Schacht, von wo er durch hydraulische Schieber kontinuierlich in den Feuerraum gestoßen wird.

Durch die Zuführung von Luft in den Brennraum erhält der auf dem Rost liegende Abfall genügend Sauerstoff, um eine vollständige Verbrennung sicherzustellen.

Öl oder andere brennbare Zusätze werden deshalb überhaupt nicht benötigt.

Die Verbrennungsrückstände (Schlacke) fallen am Ende des Rostes durch den Schlackenschacht in ein wassergefülltes Becken. Über ein Transportband wird sodann die abgekühlte Schlacke kontinuierlich ausgetragen und zur Weiterverarbeitung einer entsprechenden Deponie zugeführt. Durch die Verbrennung wird der Abfall hygienisiert und das Volumen geht auf etwa zehn Prozent zurück.

Mit Feuer zum Siedepunkt

Der Dampf, der für die Stromerzeugung und die Fernwärme benötigt wird, entsteht in einem über dem Verbrennungsrost angeordneten Dampfkessel der Firma Wehrle Werk AG. In diesem Kessel wird das Wasser zuerst bis zum Siedepunkt und dann auf die für die Turbine benötigte Temperatur erhitzt. Durch das Kehrichtfeuer werden aggressive Gase freigesetzt. Damit die Rohre nicht beschädigt werden, ist der Kessel im Feuerraum mit feuerresistentem Material ausgekleidet.

Kehricht mit Mehrwert

Kehricht ist eine bunte Mischung aus den unterschiedlichsten Materialien. Ein zunehmend grösserer Anteil davon kann aussortiert und dem Recycling zugeführt werden. Der Rest gelangt in die KVA und wird dort zur Erzeugung von Fernwärme und elektrischem Strom genutzt. Aber nicht alles geht restlos in Rauch und Flammen auf. Die verbleibende Schlacke wird in einer gesicherten Deponie aufbereitet und eingelagert. Die verwertbaren Stoffe wie Eisen, Kupfer, Messing oder Aluminium werden dort zurückgewonnen und dem Recycling zugeführt.

Reinigung

Technische Helfer im Kampf gegen Gasrückstände

Die Rauchgasreinigung bildet die dritte Stufe im Verwertungszyklus der KVA Buchs. Schritt für Schritt werden aus den Gasen durch Filter, Gaswaschanlage und Katalysator schädliche Verbindungen herausgelöst. In speziellen Deponien werden die Rückstände anschließend verlässlich und sicher eingelagert.

Der Staubabscheider für die Rauchgase

Wenn der Kehricht kontrolliert verbrennt, bilden sich Rauchgase, die gereinigt werden müssen. Im ersten Schritt durchströmen sie den Elektrofilter. Staubpartikel werden in diesem Filter elektrostatisch aufgeladen und bleiben an sogenannten Niederschlagsplatten haften. Ein Klopfwerk sorgt in regelmässigen Zeitabständen dafür, dass der Staub in darunter angebrachte Trichter fällt. Anschliessend gelangt dieser Filterstaub in Silos, wo er bis zum Abtransport gelagert wird.

Mit allen Wassern gewaschen

Den so gereinigten Rauchgasen werden im nächsten Schritt in einem Waschprozess weitere Schadstoffe entzogen. Die zweistufige Nass-Wäsche sorgt dafür, dass die Komponenten Salzsäure (HCI) und Schwefeldioxid (SO2) sowie Fluor- und Schwermetallverbindungen entfernt werden. Für die Gaswäsche beziehen wir Flusswasser aus der Aare, das nachher in der betriebseigenen Abwasserbehandlungsanlage gereinigt wird. Von Verunreinigungen befreit, tritt das Wasser seine Reise wieder zurück in die Aare an.

Das im Waschwasser enthaltene Quecksilber wird in einem Ionentauscher abgeschieden und kann dem Recycling zugeführt werden.

Der wertvolle Reststoff

Beim Reinigungsprozess des Abwassers entsteht Gips. Dieser wird aus dem Waschwasser ausgeschieden, entwässert und getrocknet. Anschliessend kann er der Zementindustrie als Zuschlagstoff für die Klinkerproduktion geliefert werden.

Der restliche Waschschlamm wird gemeinsam mit dem Filterstaub aus dem Elektrofilter in einer Untertagedeponie sicher endgelagert.

Abfallverwertung - KVA Buchs

Mit einem Katalysator gegen den sauren Regen

Die im Rauchgas nach wie vor enthaltenen Stickoxide tragen zur Bildung von Ozon und saurem Regen bei und müssen entfernt werden. Bevor das Rauchgas die mit einem Katalysator ausgerüstete Anlage durchströmt, wird es auf eine Temperatur von 240 Grad erhitzt und mit Ammoniak angereichert. Dadurch wird das Stickoxid (NOx)in die unschädlichen Komponenten Stickstoff und Wasser aufgespalten.

Saubere Abgase

Mit dieser auf dem neuesten Stand der Technik stehenden Anlage werden die vom Gesetzgeber vorgeschriebenen Luftreinhalte-Grenzwerte deutlich unterschritten.